Echter Hopfen ein kleines Multitalent
Hopfen ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Bierbrauens, sondern auch eine vielseitige Pflanze für den Garten und die Küche.
Steckbrief
Name: Echter Hopfen
Lateinischer Name: Humulus lupulus
weitere Namen: Hopfen
Pflanzenfamilie: Hanfgewächse
Anzahl der Arten: drei Arten
Verbreitungsgebiet: Europa, Asien
ursprüngliches Verbreitungsgebiet: Vorderasien
Standort der Pflanze: nährstoffreicher Boden, feuchte Standorte
Blätter: länglich-herzförmig, gezahnt
Früchte: Zapfen, sogenannte Hopfendolden; hellgrüne Farbe
Blütenfarbe: grün-gelblich
Blütezeit: Juli - September
Höhe: 3 - 10m
Alter: mehrjährige Pflanze (5 - 40 Jahre möglich)
Nutzung: Arzneipflanze, Nutzpflanze (Bierproduktion)
Eigenschaften: antiseptisch, verdauungsfördernd, appetitanregend
Beschreibung
Hopfen heisst auch Echter Hopfen und ist eine Pflanzenart der Familie der Hanfgewächse. Das bedeutet, dass der Hopfen mit dem Hanf verwandt ist, den man als medizinisch wirksame Heilpflanze kennt, aber auch als Lieferant für Substanzen, die sich auf die Psyche und die Wahrnehmung auswirken.
Hopfen ist ursprünglich im nördlichen Eurasien beheimatet. Inzwischen gedeiht er aber auch in Europa, in Amerika und im westlichen Asien. Hopfen bevorzugt einen Boden mit ausreichend Wasserzufuhr und wird zwischen 3 und 5 Metern hoch.
Der Hopfen und seine Geschichte
Schon das Alte Ägypten und das antike Babylon kannten den Hopfen. Man nutzte ihn dazu, Bier zu brauen. Seit dem Mittelalter verwendet man auch in Europa den Hopfen als kulturell bedeutsame Heilpflanze, deren beruhigende Wirkung man schätzte. Wenn man die alten, noch überlieferten Dokumente studiert, stellt man fest, dass der Hopfen wahrscheinlich erstmalig 736 nach Christus in Geisenfeld in der Hallertau angepflanzt wurde. Dort wird er heute noch angebaut. Nur wenig später äusserte sich auch die heilkundige Äbtissin Hildegard von Bingen, die bis heute in der katholischen Kirche verehrt wird, zum Hopfen. Sie erkannte die konservierende Wirkung des Hopfens im Bier und auch seine Effekte auf den Gemütszustand des Menschen. Hopfenblüten kann man nicht nur räuchern, sondern auch rauchen oder als Tee geniessen.
Räuchern mit Hopfenblüten
Die Tradition kennt den Hopfen als Zeichen der Fruchtbarkeit. Aus diesem Grund hat man früher häufig Frauen in der Schwangerschaft mit Hopfenbüscheln beräuchert. So wollte man die Schwangerschaft weniger beschwerlich machen.
Der Duft der Hopfenblüten beim Räuchern ist seit langer Zeit beliebt. Er zeigt sich fein und würzig und hat eine leichte Note von Baldrian. Die Hopfendrüsen beinhalten ein feinkörniges, gelbliches Pulver, das sogenannte Lupulin( Hopfen Gold) . Dieses verleiht dem Bier einen leicht bitteren Geschmack und macht auch das Räuchern besonders. Es wurde früher auch als pflanzlicher Farbstoff genutzt.
Heilwirkung Hopfen
Doch er wird auch in der Phytotherapie - also der Pflanzenheilkunde - eingesetzt. Extrakte aus den Blüten der weiblichen Hopfenpflanze, auch Hopfenzapfen oder Hopfendolden genannt, haben sich besonders bewährt als Schlaf- und Beruhigungsmittel. Die Bitterstoffe des Hopfens wirken außerdem verdauungsfördernd und entzündungshemmend gegen Bakterien und Viren.
Hopfen macht müde. Bereits im Mittelalter schrieben Forscher dem Hopfen eine schlaffördernde Wirkung zu. Hopfen wirkt wie ein pflanzliches Sedativum, also ein Mittel, das die Funktionen des zentralen Nervensystems dämpft. Daher wird er gerne bei Schlaf- und Einschlafstörungen gegeben
Dem Hopfen wird eine krampflösende und reinigende Wirkung zugeschrieben. Folgende Anwendungsgebiete sind in der traditionellen Volkskunde bekannt:
Wirkung auf Nerven & Schlaf
Beruhigend & sedativ: Hopfen dämpft das zentrale Nervensystem und wird bei Unruhe, Nervosität und nervlicher Belastung eingesetzt
Schlafunterstützend: Hopfen gilt als pflanzliches Schlafmittel; besonders wirksam über mehrere Wochen
Verdauung & Magen-Darm
Die Bitterstoffe regen Magensaft und Galle an, fördern die Verdauung und helfen bei Krämpfen, Koliken und nervösen Magenbeschwerden
Entzündungshemmend & antibakteriell
Depressionen
Erkrankungen der Atemwege, z. B. Asthma
Gicht
Herzkrankheiten
Schlechte Wundheilung
Kopfschmerzen
Leberkrankheiten
Nervliche Belastungen, Unruhe
Probleme in der Menstruation oder während der Wechseljahre
Hopfen Kulinarisch
Hopfen ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Bierbrauens, sondern auch eine vielseitige Pflanze für den Garten und die Küche. Die jungen Hopfensprossen, die im Frühjahr austreibt, schmecken ähnlich wie Spargel und können in einer Vorspeise verwendet werden. Die weiblichen Blütenstände, die als Hopfenzapfen bekannt sind, enthalten ätherische Öle und Bitterstoffe, die in der Bierherstellung geschätzt werden. Diese Pflanze bietet eine Vielzahl von kulinarischen Möglichkeiten und ist eine wertvolle Ergänzung zu verschiedenen Gerichten. Hopfen-Likör ansetzen → Hopfen Likör Rezept
Hopfen-Gelee
Schlaf-gut-Oxymel
Essig mit Hopfendolden aromatisieren
Hopfenspargel aus den jungen Trieben
Junge Blätter als Spinat/Salat, Wurzeln als Gemüse
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