Rotklee - Ein echtes Multitalent
Aufgrund seines hohen Phytoöstrogengehalts ist der Rotklee besonders bei Frauen beliebt, denn er lindert Menstruationsprobleme ebenso wie Wechseljahresbeschwerden. Der Klee verfügt aber auch über Eigenschaften, von denen auch Männer profitieren können. Denn er verbessert den Blutfluss, senkt das Cholesterin, beugt dem Knochenschwund im Alter vor und trägt zum Schutz der Prostata bei.
Rotklee (Trifolium pratense)
- Volksnamen: Honigblume, Ackerklee, Hummellust, Wiesenklee
- Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchte
- Gattung: Klee
- Herkunft: Einheimisch in Deutschland
- Verbreitungsgebiete: Asien und Europa
- Lebenszyklus: Ein- oder mehrjährig
- Wuchshöhe: Kann bis zu 70 cm erreichen
- Blütezeit: Mai bis September
- Blütenfarbe: Rot bis Rosa
- Blütenform: Kann bis zu 100 Blätter ausbilden
- Blütendurchmesser: Bis zu 2 cm
- Frucht: 2 bis 5 mm lange, braune Schoten
- Blätter: 3 bis 4 pro Stil, 1 bis 6 cm lang, grün mit einem weißen Fleck
- Wurzelsystem: Pfahlwurzler, bis zu zwei Meter lange Wurzeln
- Küchennutzung: Für Tee und Blütensalate
- Giftigkeit: Nicht giftig
- Winterhärte: Winterhart
- Bevorzugte Standorte: Leicht schattig bis sonnig, leicht feuchter Boden
Rotklee für die Gesundheit
Rotklee liefert natürlich die für grüne Blattgemüse typischen Vital- und Mineralstoffe, nämlich insbesondere Magnesium, Calcium, Kalium, Niacin (Vitamin B3), Thiamin (Vitamin B1) und Vitamin C.
Darüber hinaus enthält der Klee verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide), deren antioxidative, antimikrobielle sowie antivirale Wirkung das Immunsystem entlasten und somit sehr zur Gesunderhaltung des Körpers beitragen.
Die ebenfalls enthaltenen Cumarine verbessern den Blutfluss, Salicylate wirken entzündungshemmend, Glykoside unterstützen die Herztätigkeit und ätherische Öle wirken antibakteriell und antimykotisch.
Die hormonelle Wirkung von Rotklee
Rotklee gilt insbesondere in den mitteleuropäischen Regionen als DER Phytoöstrogen-Lieferant schlechthin. Die Bezeichnung Phytoöstrogene ist eine Wortschöpfung, die pflanzliche Wirkstoffe beschreibt, welche dem menschlichen Östrogen vom chemischen Aufbau her verblüffend ähneln.
Die Phytöstrogene können daher auch regulierend in den Hormonhaushalt eingreifen, doch so stark wirksam wie die körpereigenen Hormone sind sie keineswegs. Daher ist der Klee auch für Frau UND Mann gleichermassen wertvoll.
Die Wirkung der Phytoöstrogene hängt nun davon ab, wie viel eigenes Östrogen im Körper vorhanden ist.
Ist der Östrogenspiegel zu hoch, wie es bei manchen Frauen vor den Wechseljahren der Fall ist, zeigen sie eine anti-östrogene Wirkung. Das bedeutet, dass sich die Phytoöstrogene an die Östrogen-Rezeptoren heften und so verhindern, dass das wesentlich stärker wirkende körpereigene Östrogen daran andocken kann.
Bei einem zu niedrigen Östrogenspiegel, wie er bei Frauen in den Wechseljahren vorzufinden ist, stellt sich eine östrogenartige Wirkung der Phytoöstrogene ein, so dass der bestehende Östrogenmangel reduziert oder gar ausgeglichen werden kann.
Phytoöstrogene können also im Körper zu einem ausgeglichenen Hormonspiegel beitragen.
Die Wirkung von Östrogenen bei Mann und Frau
Östrogene beschränken sich in ihrer Wirkung nicht nur auf den Zyklus der Frau. Da sie auch an vielen weiteren Körperprozessen beteiligt sind, spielen Östrogene für die Gesundheit jedweden Menschen eine wesentliche Rolle – ob Mann oder Frau.
Ein angemessener Östrogenanteil im Körper fördert die Durchblutung sämtlicher Körpergewebe (Organe, Nervensystem, Knochengewebe, Haut etc.), begünstigt die Weitstellung der Venen, reguliert den Cholesterinspiegel und schützt so vor Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, steuert die Calcium-Einlagerung in den Knochen, erhöht die Konzentrationsfähigkeit, unterstützt einen gesunden Schlaf, begünstigt eine positive, glückliche Stimmung, fördert die Fetteinlagerung unter der Haut, damit sie weich und geschmeidig bleibt und hält Wasser im Bindegewebe zurück - für eine glatte Haut.
Gut fürs Herz-Kreislauf-System
In einer Studie aus dem Jahr 2007 wurde die Wirkung von Rotklee auf die Entwicklung von Arteriosklerose („Verkalkung“ der Blutgefässe) bei männlichen Kaninchen mit hohen Blutfettwerten untersucht.
Das Ergebnis: Durch die Gabe eines entsprechenden Extrakts konnten die Triglyceride ebenso wie das LDL-Cholesterin deutlich gesenkt werden, während der HDL-Cholesterinwert bedeutsam anstieg. Die Fettstreifenbildung in der Aorta war ebenso deutlich reduziert wie jene in den Herzkranzgefässen.
Höhere Knochendichte
Das Ziel einer Studie aus dem Jahr 2006 war, die vorbeugende Wirkung von Rotklee-Isoflavonen auf das Fortschreiten des Knochenverlustes durch Östrogenmangel in den Wechseljahren zu beurteilen.
Es zeigte sich, dass der Mineralstoffgehalt der Knochen, die Knochendichte der Oberschenkel und Gleichzeitig sank der Wert der knochenspezifischen alkalischen Phosphatase im Blut (ein erhöhter Wert weist auf ein Knochenproblem hin). Auch die Anzahl der Osteoklasten (knochenabbauende Zellen) wurde gesenkt.
Bei Hautproblemen
Nicht zu unterschätzen ist auch die Wirkung des Rotklee-Extraktes auf die Haut.
Die enthaltenen Antioxidantien schützen die Haut vor zellschädigenden freien Radikalen, so dass sie vor lichtbedingter Alterung durch UV-Strahlen bewahrt werden kann. Zudem erhöht die Pflanze die Dichte und die Spannkraft der Haut, weshalb dem Extrakt auch ein Anti-Aging-Effekt zugeschrieben wird.
Auch Hauterkrankungen wie Akne, Ekzeme oder Psoriasis sprechen sehr gut auf eine Behandlung mit diesem Extrakt an. Daher wird die Pflanze von naturheilkundlich arbeitenden Therapeuten bei vielen Hauterkrankungen mit grossem Erfolg eingesetzt.
Kulinarische Verwendung von Rotklee
Rotklee ist nicht nur in der Natur ein häufig anzutreffendes Gewächs, sondern auch in der Küche eine interessante Zutat. Besonders beliebt sind die Sprossen des Rotklees, die einen frischen und leicht nussigen Geschmack aufweisen. Diese können als schmackhafter und gesunder Belag auf Brot verwendet werden, was eine ausgezeichnete Alternative zu herkömmlichen Aufstrichen darstellt. Im Vergleich zu anderen Sprossen wie der Kresse, zeichnet sich der Rotklee durch einen weniger bitteren Geschmack aus, was ihn besonders bei Menschen beliebt macht, die eine mildere Geschmacksnote bevorzugen.
Rotklee in der Küche
Rotklee bietet eine Fülle an Möglichkeiten, Ihre Gerichte geschmacklich und optisch zu bereichern. Lassen Sie sich von diesen Ideen inspirieren:
Salate: Frische oder getrocknete Rotkleeblüten sind eine ausgezeichnete Ergänzung für Salate aller Art. Ihre milde Süße und ansprechende Farbe setzen besondere Akzente.
Suppen und Eintöpfe: Besonders im Frühling können die zarten Blüten Suppen und Eintöpfen eine besondere Note verleihen. Ihre leichte Süße harmoniert hervorragend mit Spargel- oder Spinatsuppen.
Smoothies: Mit einigen Blüten oder Blättern werten Sie jeden sommerlichen Smoothie auf. Sie sorgen für eine angenehme Süße und verleihen dem Getränk eine ansprechende grüne Farbe.
Kräuterbutter und -quark: Fein gehackte Rotkleeblüten geben Butter oder Quark eine dekorative Farbe und ein angenehmes Aroma.
Gewürzsalz und -zucker: Getrocknete und fein zerriebene Blüten können Sie mit Salz oder Zucker mischen. Diese Mischungen eignen sich hervorragend zum Würzen bzw. Süßen.
Tee: Getrocknete Rotkleeblüten eignen sich ausgezeichnet für die Zubereitung eines Tees mit mildem Geschmack und beruhigender Wirkung.
Backwaren: Sowohl frische als auch getrocknete Blüten können als Zutat in Teigmischungen für Kuchen, Brot oder Knäckebrot verwendet werden. Sie bringen Farbe und eine leichte Note in die Backwaren.
Dekoration: Nicht zuletzt dienen Rotkleeblüten hervorragend als essbare Dekoration für verschiedenste Speisen, von Salaten über Desserts bis hin zu Smoothie-Bowls.
Nutzen Sie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Rotklee in der Küche, um Ihre Speisen nicht nur geschmacklich zu verfeinern, sondern auch optisch zu einem Blickfang zu machen.
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